

Hugo von Hofmannsthal (1874–1929)
Österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Librettist. Als Mitbegründer der Salzburger Festspiele prägte er das deutschsprachige Theater des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde er durch Werke wie Jedermann und seine Opernlibretti für Richard Strauss (Der Rosenkavalier, Elektra). Hofmannsthals Sprache verbindet klassische Form mit tiefgründiger Symbolik und feinem Gespür für menschliche Existenzfragen.
von Hugo von Hoffmanthal
📅 Premiere: 14. Februar 2015
Wozu ist jeder Einzelne gegenüber all denen, denen es schlechter geht, verpflichtet? Noch dazu in einer christlichen Welt? Freilich ist diese zentrale Fragen, der sich ein „Everyman“ in einer westlichen Wohlstandsgesellschaft nicht entziehen kann, zeitlos.
So zeigt die Produktion Hugo von Hoffmanthals “Jedermann“, uraufgeführt 1911 in Berlin, im Originaltext und doch einer an unser Heute angelegten Interpretation.
Es gibt nur eine DIE Jedermann, die sich einen jungen Buhlen hält und deren beste Gesellin ein material It-Girl a la Paris Hilton ist. Verlorene Existenzen in ihrem Umfeld sind die abgestürzte, sich prostituierende Nachbarin aus Osteuropa und ihr Schuldner, ein insolventer Steinmetz von Oberpfälzer Granit, der wegen seiner tschechischen Arbeiter beim Bau des Swimmingpools für den Lustgarten der Jedermann auf der Baustelle verhaftet wird. Die familiären Bindungen bestehen zwar, sind jedoch fragwürdig: da gibt es eine Vater-Mutter, die wie aus der Ferne herumpoltert und auch die anderen Verwandten sind skurrile Gestalten, mit denen man eher weniger zu tun haben möchte,
Da ist kein Wunder, dass sich diese noch junge, kluge, kinderlose Frau irgendwann die Frage nach ihrer Verantwortung und ihrem Lebenssinn stellt. Diese Midlifecrisis führt sie bishin zu Wahnvorstellungen und Todesängsten. Der Frage nach den Prioritäten im Leben muss die Jedermann sich stellen und sich neu sortieren und organisieren, wenn sie wieder ein zufriedener Mensch sein will. In ihrer psychoseähnlichen Krise wirft sie nun alles in die Wagschale, hadert mit ihrem bisherigen Leben, ihren Bindungen, ihren Taten und auch mit Gott. Am Ende jedoch findet sie geläutert wieder zu sich selbst und auch Halt in Gott.
Anastasia Jedermann – Ulrike Dostal
Gesellin – Cati Wolf
Gott/Tod/Teufel – Tim Proetel
Glaube – Sophie Kirchner
dicker Vetter – Alex Bauer
Musiker – Marcel Güds
Musiker – Lucia von Damnitz
Musiker – Philipp Andriotis
Schuldknecht – Heinrich Gmeiner
Regie – Anna Funk